ETF 2025 Einzel – ein Wochenende voller Spannung, Einsatz und Teamgeist

Leichtathletik – 4-Kampf Frauen

Nach fünf Podestplätzen und neun Auszeichnungen am letzten ETF vor sechs Jahren in Aarau stand die Latte in der Einzelleichtathletik richtig hoch, dieses Resultat noch einmal zu erreichen. Leider konnte unser Top Shot Dania Behringer (ETF-Siegerin 4-Kampf Frauen Aarau 2019) verletzungsbedingt nicht zur Titelverteidigung antreten. Dies war ein erster grosser Dämpfer, geschweige denn, dass Danias aktuelle Verfassung vielversprechend für ein weiteres Top-Ergebnis war. Wir wünschen dir weiterhin gute Besserung, Dania!

Die Bühne gehörte nun den anderen Athletinnen, angeführt von Michelle Posratschnig und Tanja Bächtiger. Am ersten Wettkampftag des Eidgenössischen Turnfests in Lausanne, einem heissen Donnerstag voller Verspätungen, kämpften sie sich im Olympischen Stadion Pontaise durch den Mehrkampf. Michelle verpasste mit persönlicher Bestleistung von 2’624 Punkten als Vierte denkbar knapp das Podest. Besonders im 800-Meter-Lauf sammelte sie wertvolle Punkte und lief mit 2:24,44 eine herausragende Zeit – nur knapp am Vereinsrekord vorbei. Auch Tanja beeindruckte mit einer neuen deutlichen Bestleistung von 2’371 Punkten und holt sich mit Rang 15 eine verdiente Auszeichnung – sie beeindruckte ebenfalls insbesondere beim abschliessenden 800m-Lauf. Ein klarer Beweis dafür, dass sich die harten Mittelstrecken-Trainingseinheiten über die Wintermonate und ab dem Frühjahr im Freien ausgezahlt haben.

Doch nicht nur die erfahrenen Athletinnen, auch die jungen Starterinnen Silvana Bonderer (1’973 Punkte, Rang 60),Livia Luck (1’951 Punkte, Rang 64), Flavia Bühler (1’936 Punkte, Rang 68) und Julie Rüegg (1’914 Punkte, Rang 74) bewiesen, dass sie zur Zukunft der Eschenbacher Leichtathletik zählen – auch sie dürfen sich über eine Auszeichnung freuen. Sie meisterten ihren ersten Wettkampf in der Frauenkategorie bravourös. Die Teamwertung endete mit 8’919 Punkten und Rang 4.

Leichtathletik – 6-Kampf Männer

Der darauffolgende Samstag begann früh: Bereits um 07:55 Uhr fiel der Startschuss für die Männer im 100-Meter-Lauf. Unterstützt von der lautstarken Eschenbacher Fangemeinde, die mit Glocken und Jubel für Stimmung im Olympiastadion Pontaise sorgte, ging es in einen weiteren Wettkampftag mit heissen Temperaturen. Nach einem eher verhaltenen Start in die Sprints legten die sieben Athleten in den weiteren Disziplinen – Kugelstossen, Speerwurf, Weitsprung und Hochsprung – nach. Der grosse Moment kam auch bei den Männern im abschliessenden 1’000-Meter-Lauf: Mario Bächtiger, der Senior des Teams, zog die Aufmerksamkeit des gesamten Stadions auf sich – sogar der Kommentator der parallel ausgetragenen Zehnkampf-Schweizermeisterschaften von Swiss Athletics liess den Zehnkampf kurzzeitig links liegen, um stattdessen die letzte Disziplin des Sechskampfs unserer Eschenbacher zu verfolgen. Die unglaublichen Zeit von 2:31.15 brachte ihm beinahe 1’000 Punkte auf das Konto und in der Schlussabrechnung 4’668 Punkten ein – und schrammt damit als Vierter leider ebenfalls am Podest vorbei. Es war ein wohl noch kaum dagewesener hochstehender Wettkampf an einem ETF-Sechskampf – für einen Podestplatz brauchte es über 5’000 Punkte.

Doch Mario war nicht der Einzige, der glänzte. Auch die Herren zeigten insbesondere im 1’000 Meterlauf beeindruckende Leistungen. Mario hatte den gesamten Eschenbacher Tross im Schlepptau, die alle eine persönliche Bestleitung auf die 2,5 Bahnrunden zauberten. In der Endabrechnung erzielte Patrick Bächtiger mit 4’574 Punkten den 5. Schlussrang. Besonders beeindruckend ist seine Geschichte: Beim ETF 2007 (Jugend) und 2013 stand er ganz oben auf dem Treppchen, und 2019 belegte er den 3. Platz. Seit nunmehr rund 20 Jahren gehört er damit zu den Top-5. Dicht dahinter folgt Fabio Zuppiger (4’377 Punkte), der mit einem super Wettkampf die Top-10 als Elfter nur knapp verpasst. Ebenfalls unter den Ausgezeichneten klassierten sich Mirco Steinauer (4’129 Punkte, Rang 23), Rico Baumgartner (3’889 Punkte, Rang 52) sowie Aurel Niederberger (3’822 Punkte, Rang 64). Die Bedeutung dieser Resultate wird noch eindrücklicher, wenn man bedenkt, dass insgesamt fast 800 Athleten am Start standen. Die Mannschaftswertung endete mit einem sensationellen Ergebnis mit 15’398 Punkten. Zwar wurde die starke Leistung von Sebastian Jäger, der während des Wettkampfs verletzungsbedingt ausfiel, schmerzlich vermisst. Auch dir, Sebi, wünschen wir eine schnelle und gute Genesung! In der Teamwertung holen sich die Herren mit Rang 2 verdient die Silbermedaille.

Turnwettkampf – Aktive und 35+

Im Turnwettkampf, ein spartenübergreifender Allrounder-Einzelwettkampf, ging man mit einer Rekorddelegation an den Start. Die Aktiven müssen drei verschiedene Sparten für ihren Dreikampf wählen, während in der Kategorie 35+ mindestens zwei Sparten vertreten sein müssen – von Aerobic, Geräteturnen und Gymnastik bis hin zu Leichtathletik, Spiele und Nationalturnen. Die sieben Teilnehmer:innen mussten sich jedoch teils unter schwierigen Bedingungen beweisen. So führten beispielsweise ein unebener Boden beim Unihockey oder spezielle Bewertungsmassstäbe im Geräteturnen dazu, dass sie sich in einigen Disziplinen unter ihrem Wert geschlagen geben mussten.

Marco Keller führte mit 27.54 Punkten über die Disziplinen Unihockey, Sprung & 800m das Männertrio an und holt mit dem 46. Rang eine Auszeichnung. Marcel Oberholzer (24.31; Rang 321 mit Sprung, Unihockey & Sprint) und Lars Bachmann (23.54; Rang 410 mit Sprung, Unihockey & Kugelstossen) meisterten ihre Feuertaufe ebenfalls solide. Bei den Frauen stach Jasmin Oberholzer hervor, die sich mit einer Schlussnote von 28.81 den 15. Rang von rund 500 Klassierten sichert (Boden, Weitsprung & Steinstossen). Auch Sina Kuster (23.72) zeigte bei ihrer Premiere im Turnwettkampf tolle Leistungen, unter anderem mit einer mitreissenden Gymnastikaufführung, und erturnte sich neben der Gymnastik mit Kugelstossen und Unihockey den 341. Rang.

In der Kategorie 35+ überzeugten Michaela Fischer (mit Auszeichnung) und Sandra Müller mit Endnoten von 28.35 (43. Rang) und 27.72 (61. Rang). Die Schwestern zeigten gemeinsam eine tolle Gymnastikvorführung, stiessen den 6 kg-Stein und absolvierten den Unihockey-Parcours. Leider blieb aber auch dieser Wettkampf nicht frei von Rückschlägen: Patrick Blöchliger musste nach dem 80-Meter-Sprint verletzungsbedingt aufgeben.

Geräteturnen

Das Eidgenössische findet nur alle sechs Jahre statt und es können nur die Aktivkategorien K5-K7/D starten. Nur schon eine Teilnahme ist deshalb nebst der SM etwas ganz Besonderes. Von uns starteten erstmals Turnende am ETF02 und die letzten ETF’s gabs immer mehrere Auszeichnungen. Diesmal stellten sich 10 hoffnungsvolle Turnerinnen den Wertungsrichtern. Als Kategorienbeste turnen Julie Rüegg (K5) und Fiona Gubelmann (K6) nur knapp an einer Auszeichnung vorbei. Das höchste Einzelresultat erzielte Fiona mit einem Notenschnitt von 8.80 Punkten und Alecia Dietrich die beste Einzelnote von 9.40 Punkten im Sprung. Obwohl sich einige gegenüber dem letzten ETF gesteigert haben, kann man mit dem Erreichten nicht ganz zufrieden sein. Alle Einzelresultate vom Geräteturnen gibt es hier.

Nationalturnen

Am Samstag, den 14. Juni, starteten sieben motivierte Turner bereits um 5:45 Uhr in Rüti, um mit dem Zug nach Lausanne zu reisen. Die Anreise verlief reibungslos, und die müden Mitreisenden wurden von den gut gelaunten Turnern bestens unterhalten.
In Lausanne schloss sich Janis Müller der Gruppe an, nachdem er bereits am Vortag mit der Jugend im Vereinsturnen teilgenommen hatte.

In den Vornoten-Disziplinen (Lauf, Steinheben, Weitsprung, Bodenturnen und Hochweitsprung) konnten fast alle Turner ihr Potenzial abrufen und zeigten bemerkenswerte Leistungen. Besonders hervorzuheben ist Janis Müller, der in allen Vornoten die Maximalnote von 10.00 erreichte und damit in der Zwischenrangliste Platz 1 von 40 Turnern belegte.

Nach dem Mittagessen ging es für den Zweikampf ins Sägemehl. Leider konnte die vielversprechende Ausgangslage aus den Vornoten nur bedingt genutzt werden. Janis Müller musste sich am Nachmittag aus den Rängen der Auszeichnungen verabschieden, und auch die anderen Turner konnten die begehrten Auszeichnungen nicht erreichen.

Die Auszeichnungen wurden von keinem Turner erreicht. Der Frust wurde dann mit einem Bad im Genfersee abgespült. Müde, aber voller Eindrücke, traten wir die Heimreise an und beendeten unsere Reise um 23:00 Uhr wieder in Rüti.

Alle Rangierungen der Einzelturner:innen im Überblick

Fotos Nationalturnen: Dan Schiumarini